Interview mit dem Gründer von ReHats

Interview mit dem Gründer von ReHats

Stefan Korn ist Mitbegründer des nachhaltigen Accessoireslabel ReHats, welches vegane und recycelbare Accessoires wie Hüte, Mützen und Laptophüllen aus alten Kaffeesäcken herstellt. Im Interview mit dem Fair Fashion Blog hat er sechs Fragen beantwortet.

Wieso habt ihr euch dazu entschieden, nachhaltige Hüte und Mützen herzustellen?

Wir sind schon lange im Bereich nachhaltiges Design unterwegs. Vor etwa 7 Jahren haben wir zunächst mit Upcycling Produkten angefangen. Das Thema war noch ziemlich unbekannt und wir fanden es damals gleich ziemlich spannend. Wir haben von kleinen Kooperativen aus der ganzen Welt ausgefallene Produkte wie Taschen, Geldbeutel und so weiter aus wiederverwendeten Materialien ausfindig gemacht und diese dann weiterverkauft. Einer unserer Freunde ist Hutdesigner hier in Berlin und so kamen wir auf die Idee: warum können wir nicht Hüte und Mützen aus irgendeinem abgefahrenen Material fertigen? Und inzwischen machen wir nur noch Headwear mit unserem Label ReHats.

Wieso fiel eure Wahl gerade auf alte Kaffeesäcke als Verwendungsmaterial?

Fast alle Menschen lieben Kaffee. Die Säcke sind aus 100% Jute, also einem superrobusten und nachwachsenden Naturmaterial. Sie werden genau einmal verwendet um Rohkaffee z.B. aus Südamerika nach Deutschland zu transportieren. Weltweit werden jedes Jahr etwa 140 Millionen solcher 60kg Säcke hergestellt. Neben dem positiven Effekt, dass wir diesen Säcken dann ein neues Leben ermöglichen, sehen die Säcke mit ihren bunten Aufdrucken auch einfach echt stylisch aus. Ein Flair von weiter Welt – genau wie wir es mögen. Das Material erzählt eine Geschichte und jede Mütze ist dadurch super individuell.

Werden neben alten Kaffeesäcken noch weitere Materialien für die ReHats verwendet?

Als Innenfutter verwenden wir Baumwollstoffe mit Oekotex100-Zertifizierung aus Restbeständen. Das sind geringe Mengen, die in der Industrie keine Verwendung mehr finden. Also quasi noch neue Stoffe aber dadurch auch nachhaltig. In der Modeindustrie herrscht leider eine ganz schöne Verschwendung.

Und wo werden die ReHats hergestellt?

Wir arbeiten seit vielen Jahren mit einer Hutmanufaktur in Polen zusammen, ein Familien-Hutmacherbetrieb in der dritten Generation. Es war gar nicht so einfach, einen Handwerksbetrieb in Europa zu finden, der diese Kunst noch wirklich gut beherrscht. Das war uns aber sehr wichtig. Über die Jahre ist eine echt enge Partnerschaft entstanden, die wir nicht mehr missen wollen. Unsere nicht ganz so normalen Hüte helfen jetzt dort, Arbeitsplätze zu erhalten.

Ist Nachhaltigkeit ein Thema, dass euch über Mode hinaus beschäftigt?

Klar, das ist für uns ein ganzheitliches Ding, das uns auch privat sehr beschäftigt. Leider ist es das aber doch noch ganz und gar nicht so selbstverständlich wie wir immer wieder merken. Mit ReHats versuchen wir das Thema in Bereiche zu holen, wo es vorher keine große Rolle gespielt hat, also zum Beispiel in der Hutbranche. Es gibt da schon sehr viel hohe Qualität bei den Traditionsmarken aber eben nicht zwangsläufig nachhaltig, und dann natürlich viel China-Kram. Wir wollen zeigen, dass nachhaltige Headwear nicht nur möglich ist, sondern dazu einfach nur gut aussieht. Wir haben noch viel vor und im Frühjahr 2019 wird es neue Kollektion mit einem anderen Material geben. Lasst euch überraschen!

Bildquelle: © ReHats

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