Auma Obama ist Journalistin, Autorin, Speakerin, Stiftungsgründerin, Gastdozentin, Germanistin, Soziologin und nun auch Gründerin ihres eigenen, nachhaltigen Schmucklabels Auma Obama Fine Jewelry.
Auma Obama wurde 1960 in Nairobi, Kenia geboren und lebte und arbeitete viele Jahre in Europa. Darunter auch in Deutschland, wo sie u.a. Germanistik und Soziologie in Heidelberg studierte. Im Interview mit dem Fair Fashion Blog hat sie 9 Fragen beantwortet.
Sie haben gemeinsam mit Herrn Nils Steinkopff ihr eigenes Schmucklabel Auma Obama Fine Jewelry gegründet. Wie kam es dazu?
Nils Steinkopff und ich teilen die Überzeugung, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Ländern Afrikas und Europa auf Respekt, Transparenz und gegenseitigem Nutzen beruhen sollte. Als wir uns über diese gemeinsamen Werte austauschten, entstand die Idee, ein Unternehmen zu gründen, das genau diese Prinzipien lebt. Schmuck bot dafür die ideale Plattform, weil er Schönheit, Handwerkskunst und die Geschichten der Menschen dahinter miteinander verbindet.
Welche Materialien werden für Auma Obama Fine Jewelry verwendet und warum fiel Ihre Wahl gerade auf diese?
Wir arbeiten mit hochwertigen Edelmetallen und ausgewählten Diamanten, deren Herkunft vollständig nachvollziehbar sind. Die Materialien wurden aufgrund ihrer Qualität und ihrer Nachvollziehbarkeit ausgewählt. Für uns geht es nicht allein um den Wert eines Steins oder eines Metalls, sondern um die Menschen dahinter und die Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Wo wird der Schmuck hergestellt?
Die Wertschöpfung findet sowohl in Madagaskar als auch in Spanien statt. Die Edelsteine werden in Madagaskar geschürft und geschliffen, und anschließend in Spanien in Handarbeit zu Schmuckstücken gefertigt.
Können Sie, grob, den Herstellungsprozess beschreiben? Vom „rohen Diamanten“ bis hin zum fertigen Schmuckstück?
Jeder Edelstein erhält bereits beim Fund eine eindeutige Kennung. Von diesem Moment an wird jeder Schritt dokumentiert – vom Fund über das Schleifen und den Transport bis hin zur Verarbeitung und Fassung des Steins. Anschließend wird das Schmuckstück in Europa designt und vollendet. Das Besondere ist, dass kein Stein anonymisiert oder mit anderen vermischt wird. So bleibt die Geschichte jedes einzelnen Schmuckstücks vollständig nachvollziehbar.
Gibt es nachhaltige Zertifizierungen für Auma Obama Fine Jewelry und wenn ja welche?
Für unsere Kollektion verwenden wir zertifiziertes recyceltes Gold. Darüber hinaus verfügt Auma Obama Fine Jewelry derzeit über keine weiteren Nachhaltigkeitszertifizierungen. Aktuell sind auch keine zusätzlichen Zertifizierungen geplant.
Es gibt mittlerweile auch sogenannte „Labordiamanten“, also Edelsteine, die im Labor hergestellt werden. Können Sie sich vorstellen, auch solche zu verwenden?
Auma Obama Fine Jewelry plant derzeit nicht, Labordiamanten zu verwenden. Unser Ziel ist es, den fairen Handel mit afrikanischen Ländern weiter auszubauen und den Menschen vor Ort eine würdige Möglichkeit zu geben, von ihrer Arbeit zu leben. Zudem sehen wir die Besonderheit jedes natürlichen Edelsteins in seiner individuellen Geschichte, die in jedem Schmuckstück weitergetragen wird.
Wo werden die Schmuckstücke von Auma Obama Fine Jewelry erhältlich sein?
Unser Ziel ist es, die Schmuckstücke über die offiziellen Kanäle der Marke sowie über ausgewählte Partner anzubieten.
Planen Sie noch weitere, nachhaltige Investitionen für die Zukunft?
Wir planen, eine eigene Schleiferei in Madagaskar aufzubauen und dort Menschen auszubilden und anzustellen. So soll langfristig auch anderen Edelsteinlieferanten die Möglichkeit gegeben werden, ihre Steine nachhaltig vor Ort schleifen zu lassen. Darüber hinaus möchten wir unsere Minen weiter ausbauen und mit besseren Werkzeugen sowie Hilfsmitteln ausstatten, um die Arbeit der Minenarbeiter zu erleichtern und die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.
Was bedeutet Nachhaltigkeit in Ihrem eigenen Leben?
Nachhaltigkeit ist mir sehr wichtig, den ohne Nachhaltigkeit haben wir keine Zukunft. Ich versuche, auch meine Kinder in der Hinsicht zu erziehen.
Bildquellen: © Milan Pavic, Auma Jewelry


