Interview mit Thomas Middag von Kuyichi

Interview mit Thomas Middag von Kuyichi

14. Juli 2018 von Jolene

Thomas Middag arbeitet in der Marketingabteilung des nachhaltigen Jeanslabels Kuyichi, welches faire und nachhaltige Jeans für Frauen und Männer herstellt. Im Interview mit dem Fair Fashion Blog hat er fünf Fragen beantwortet.

Wieso habt ihr euch dazu entschieden, nachhaltige statt herkömmliche Jeans herzustellen?

Als die Gründer von Kuyichi, NGO Solidaridad, sich die Baumwollindustrie in Peru näher anschauten, waren sie schockiert über die Umweltverschmutzung und Armut dort. Die Alternative war Biobaumwolle. Keine Verwendung von giftigen Chemikalien und ein besseres Leben für die Baumwollfarmer. Das mit Abstand am häufigsten getragene Kleidungsstück aus Baumwolle ist die Jeans. Also fingen wir an 100% nachhaltigen Jeansstoff herzustellen. Seit der Gründung von Kuyichi im Jahre 2001 waren wir immer bestrebt, die “sauberste” Jeans überhaupt herzustellen. Zum Beispiel benutzen unsere Zulieferer innovative Techniken wie Laser und Ozon für die Veredelung unserer Jeans. Diese Methoden erfordern weniger Wasserverbrauch, Chemikalien und Arbeitskräfte, während die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz steigt.

Wie seid ihr auf den Namen “Kuyichi” gekommen? Steht er für etwas bestimmtes?

Kuyichi ist der Name des peruanischen Gottes des Regenbogens, der Farbe und eine positive Einstellung in die Gesellschaft bringt. Wir möchten eine positive Veränderung in die Modeindustrie bringen. Unsere Reise startete in Peru und die erste Biobaumwolle, die wir benutzten, stammte aus Oro Blanco in Peru. Das waren die Gründe unsere Marke Kuyichi zu nennen.

Sind neben Damen- und Herrenjeans auch Jeans für Kinder in Planung?

Ich bin froh, dass du danach fragst! Wir sind momentan in den letzten Planungsphasen unserer zwei Modelle für Mädchen und Jungs. Das erste Modell nennt sich “Rebel Grey”, aus einem hellgrauen Stoff, und das andere Modell besteht aus unserem neuen “Bright Blue” Stoff der, wie der Name schon verrät, hellblau ist. Die Mädchenjeans sind nach der Tochter der Gründer, Maxime, benannt und sind eng anliegend. Die Jungsjeans sind nach dem Sohn der Gründer, Loran, benannt und sind ebenfalls eng anliegend. Sie sind noch nicht auf dem Markt.

Werden eure Jeans nur aus Biobaumwolle oder auch aus anderen Materialien hergestellt?

In der heutigen Zeit ist es fast unmöglich Jeans nur aus Biobaumwolle herzustellen und zu verkaufen. Da der Konsument eine Jeans mit bequemer Passform haben will, sodass die meisten Jeans noch etwas Elasthan, Tencel oder recyceltes Polyester enthalten. Wir arbeiten sehr hart daran, um noch mehr recycelte Fasern in unsere Produkte einzubeziehen. Dieses Jahr haben wir bereits die Modelle Joy, Nick und Scott in klassischem Jeansblau herausgebracht, für die wir 20% recycletes Denim verwendet haben. Noch mehr Ausführungen sollen folgen.

Was erhofft ihr euch für die Zukunft?

Wir hoffen sehr eine Veränderung in der Modeindustrie zu sehen. Es wäre toll, wenn andere Marken unserem Beispiel folgen und mehr Transparenz in die Modeindustrie bringen würden. Des Weiteren hoffen wir, unsere Rolle als Pioniere beibehalten zu können, wenn es um fair produzierte Mode geht. Unser Ziel ist die 100%tige Transparenz, noch mehr recycelte Materialien zu verwenden, unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren, ein nachhaltigerer Transport und wir möchten unseren positiven Einfluss auch auf unsere Arbeiter verstärken.

Bildquelle: © Kuyichi

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